Mein Auslandssemester in Kanada

St. John's

St. John’s ist Provinzhauptstadt auf Neufundland von Neufundland und Labrador (das ist eine Provinz der insgesamt 10 Provinzen hier in Kanada).

„Geschichte (wissen.de)
1497 soll John Cabot in die Bucht, an der St. John’s liegt, gesegelt sein. Darüber gibt es jedoch keine schriftlichen Aufzeichnungen.
Zu Beginn des 16. Jh. nutzten europäische Fischer die geschützte Conception Bay für Reparaturarbeiten und zum Trocknen von Stockfisch. Aus dem zunächst nur saisonalen Aufenthaltsort entwickelte sich langsam eine Siedlung, um deren Besitz sich Franzosen und Engländer im 17. und 18. Jh. diverse Kämpfe lieferten. Im Frieden von Paris wurde St. John’s 1763 schließlich endgültig den Briten zugesprochen.
Für das 19. Jh. verzeichnet die Chronik zum einen den stetigen wirtschaftlichen Aufschwung, zum anderen legten mehrere verheerende Brände die Stadt in Schutt und Asche. Nach dem letzten Großbrand 1892 wurde das weitgehend zerstörte St. John’s vollständig wieder aufgebaut. Dass St. John’s die älteste Stadt Nordamerikas ist, kann man daher heute nur noch in wenigen Straßenzügen sehen.“



Die Einwohnerzahl in der Metropolregion liegt bei 176,000. Und es sei gesagt, dass die Distanz von St. John’s nach Europa viel kürzer ist, als z.B. nach Vancouver in Westkanada.
Das Wetter ist hier sehr variabel und sehr oft unvorhersehbar. Im Winter gehen die Temperaturen eher selten unter die -10°C, im Sommer liegen die Temperaturen zwischen 20 und 24°C. Winterstürme können sehr stark sein. Allgemein herrscht fast immer ein starker Wind und Regen und Niederschlag sind ebenfalls keine Seltenheit. In der Nacht zum Montag, den 14.09.2009, hatten wir richtig schweren Regen hier in St. John’s, Regen der von der Seite gegen die Häuser blies. Winde mit bis zu 100km/h. Ich war froh, dass ich erst um 2:00Uhr in die Uni musste. Vorher hätte ich das Haus nicht verlassen können. Der Wind bläst einem jeden Tag um die Ohren und groß Frisurmachen ist eigentlich unnötig ^^.

Wegen diesem Klima sind die meisten Universitätsgebäude durch unterirdische Tunnel und Fußgängerbrücken verbunden.
Die „Memorial University“ ist die größte Universität hier in der Atlantic-Region von Kanada.
Es gibt 4 Campus, 3 in Neufundland und einer in Harlow, England. (Das habe ich aber auch noch nicht so ganz verstanden!!).
Die Uni hat ca. 17.000 Studenten und ist somit vergleichbar mit Paderborn.
Nur sind alle Gebäude etwas weiter verstreut und liegen nicht so nah zusammen wie in Paderborn. Jede Fakultät hat auch ihr eigenes Gebäude, dort haben die Professoren ihre Büros und die Hörsäle/Klassenräume sind auch nur für die Business students. Ja Klassenräume deswegen, weil die Kurse hier schon z.T. viel kleiner sind, als die in Paderborn. In meinem größten Kurs sitzen ca. 50 Leute. Die Professoren fordern mündliche Mitarbeit, es gibt sehr viele Gruppenarbeiten und schriftliche Ausarbeitungen.
In meinem ersten Kurs mussten wir einzeln nach vorne und es wurde ein Foto von uns gemacht, damit der Professor bzgl. der Mitarbeit immer ein Bild von uns im Kopf hat.
An sich werden immer Fotos von einem hier gemacht.

Für meinen Studentenausweis musste ich in ein Servicebüro, wo vor Ort ein Foto gemacht wurde und mir sofort mein Ausweis ausgestellt wurde. Ich vermute hier muss man nicht über seine komplette Studienlaufbahn das selbe Foto auf seinem Ausweis haben, wie es in Paderborn der Fall ist^^.
Auch um Zugang zu den Computer in der faculty zu haben wurde ein Foto von uns gemacht. Als ich in der Bibliothek meinen Account erstellen wollte, habe ich mein Foto dort auf dem PB wiedergefunden. Jaa, das ist was!

Achso, … ganz interessant finde ich auch , das hier jeder von „school“ spricht, wenn man über die Universität redet. „Today was my first day of school“, ich würde immer “university” sagen.

Ich wohne nun in St. John’s Downtown, nicht weit weg vom Hafen (Kabeljau ist hier der Fisch!!). Mein Haus ist von 1892, also fast schon historisch. Die Häuser sind knallig und bunt und farbenfroh. Man nennt sie auch „Jelly Bean“-Häuser, nach den süßen Candys in vielen verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen.
Das Erdgeschoss ist an jemanden vermietet. In der 1. Etage befindet sich ein Bad, ein Wohnzimmer (eher unnötig, da ungemütlich und der Fernseher nicht funktioniert) und die Küche. In der 2. Etage befinden sich 5 Zimmer. Carola’s Zimmer (sie ist die Hausherrin, kommt aus Deutschland, besitzt ein Hostel hier in St. Johns und wohnt hier in diesem Haus, wenn sie nicht auf Reisen ist), eine Abstellkammer und 3 weitere Zimmer. Das größte hat Andre. Zwischen seinem und meinem (das kleinste!) liegt ein weiteres Zimmer. In diesem mittleren Zimmer ist der Boden am tiefsten. Zu meinem Zimmer hin und in Andres steigt der Boden an. Wenn Andre zu viel auf seiner Stuhllehne am Schreibtisch hängen hat, fällt der Stuhl um. Ja, so schräg ist es hier! Ich wollte nicht in das mittlere Zimmer, weil das Bett ziemlich durchgelegen ist und auch kein Tisch in dem Zimmer war. Nun bin ich hier im kleinsten Zimmer, was aber nicht weiter schlimm ist. Vor allem wird es jetzt bald in den kalten Zeiten viel schneller warm . Ich vermute es sind 2,5 x 3m. Ein 1m breites Bett, eine Schrankhälfte, ein sehr sehr kleiner Schreibtisch (ich werde mich zum lernen wohl in die Küche verziehen) … ja das war es eigentlich auch schon.
Die Fenster hier sind nicht doppelglasig, sagt man das so? Es gibt ein Sturmfenster aus Glas vor dem normalen Fenster. Und durch jede Fuge zieht es. Durch den dollen Regen am Montag, den 14.09.2009 hat es hier und da durchgeregnet. Aber das ist normal meint unser landlord. Nach einem Sturm haben fast alle Haushalte Probleme, das die Fenster lecken oder Wasser durch die Decke kommt. In unserer Küche läuft auch das Wasser aus der Decke. Eigentlich wollte Carola schon am 16.09. nach Kalifornien (wegen ihrer Scheidung) und dann nach Deutschland (zu ihren Eltern) fliegen. Durch die ganzen Renovierungsarbeiten am Haus und in ihrem Hostel hat sie den Flug um eine Woche verschoben. Ja, das Haus hier ist wirklich alt!
Weiter interessant … Die Straßen hier in Downtown sind sehr sehr bergig. Die Altstadt liegt auf einem Hügel und fast schon beschwerlich sich hier zu Fuß zu bewegen, für ältere und gebrechliche Menschen. Man kann das schon mit Bergsteigen vergleichen.

Die ersten Tage bin ich immer noch zu Fuß zur Uni gelaufen (ca. 30 Minuten). Nun habe ich aber ein Semesterticket, bis Ende Dezember, womit ich alle Busse unbegrenzt nutzen kann.
Was die Sache schon irgendwie einfacher macht. Allerdings haben die es hier nicht so mit Pünktlichkeit, wie man es in Deutschland gewöhnt ist. Ich hoffe nur, das es niemals stark am regnen ist, dazu der Wind, und ich stehe an der ungeschützten Bushaltestelle, werde von allen Seiten nass, weil der Bus nicht zeitig kommt. Das wäre echt der worst case. Dann muss ich wohl Wechselkleidung mit in die Uni nehmen. Oh jee, oder mich in einem Müllsack verstecken, um mich vor dem Regen zu schützen [an dieser Stelle Gruß an meine Family und Voßen's - wir haben schon einmal in Müllsäcken gehockt, um uns nach dem paddeln vor Kälte und Regen zu schützen.]

18.9.09 20:02

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