Mein Auslandssemester in Kanada

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Mission Beach: Finding Tona

Vor genau einer Woche habe ich mich wieder mit Tona getroffen, doch bevor es soweit war ist einiges passiert...
Petra u. Reinhold, das Ehepaar, wo ich gearbeitet habe, mussten aufgrund ihrer Arbeit zurueck nach Townsville. Sie hatten mir angeboten, mich nach Mission Beach zu bringen, wo ich dann wieder Tona treffen wollte. Kurz bevor ich in Mission Beach ankam, habe ich Tona anrufen wollen, um heraus zu finden, in welchem Hostel sie ist. Leider konnte ich sie nicht erreichen, da Vodafone in Mission Beach keinen Empfang hat. Spaeter hat sie mir erzaehlt, dass sie mich aus der Telefonzelle in Mission Beach versucht hat anzurufen, mich aber nicht erreichen konnte, weil ich immer wieder in Funkloechern steckte. Petra u. Reinhold hatten mich direkt an der Promenade von Mission Beach rausgelassen. Einige kleine Geschaefte, Cafes, die Post, Supermarkt... das war es auch schon.
Da stand ich nun, wusste nicht wie es weiter gehen sollte... Also bin ich in das erste Backpacker Hostel gegangen und habe nach Tona gefragt. Ich habe drei Telefonnr. von den meist besuchtesten Hostels in Mission Beach erhalten.
Zuerst habe ich jedoch noch einen Musikladen aufgesucht, um ins Internet zu gehen, zu schauen, ob Tona dort eine Nachricht fuer mich hinterlassen hat. Auf dem Weg hat mich ein Mann angesprochen, "Ich wuerde etwas verloren aussehen...". Daraufhin habe ich ihm erzaehlt, dass ich nicht wuesste in welchem Hostel meine Freundin ist. Er sagte mir, dass er in den noerdl. Teil von Mission Beach fahren wuerde u. mir einen Lift geben koennte. Er muesse erst noch einiges erledigen, aber in 10 Min. koennten wir uns wieder an der Stelle treffen. Hm, ... im Internet habe ich nichts ueber Tonas Aufenthaltsstelle heraus finden koennen. Also habe ich aus der Telefonzelle die ersten zwei Hostels angerufen, ohne Erfolg. Das dritte Hostel habe ich nicht mehr angerufen, da ich dt. Maedels aus diesem Hostel getroffen habe, die meinten, dass keine Antonia dort an der Receptionsliste eingetragen waere. Ich habe naemlich gedacht, dass Tona schon eine Nacht in M.B. verbracht hatte und nicht, wie ich, erst an diesem Montag, dort ankam. ... Da stand ich nun wieder: mit meinem gr. Rucksack, meinem kleinen und der gruenen Essenstasche (in den groesseren Supermaerkten werden diese Taschen, wie unsere Leinenbeutel angeboten. Die Backpacker in den Hostels haben alle ihre Vorraete in solchen stabilen Taschen).
In dem Moment hielt neben mir ein Auto, der Mann, der mir den Lift angeboten hatte. Nach einigen Sekunden der Zoegerung bin ich eingestiegen... mit einem total komischen Gefuehl! Er wollte mich beim naechsten Hostel absetzen. Ich hatte auch ueberlegt, die Hostels alle zu Fuss anzulaufen. Als ich aber gehoert habe, dass diese alle 6-10 km auseinander entfernt liegen.. dazu die Hitze und das Gepaeck! Das wuerde nicht klappen. Marc ist wirklich, wie ich die ganze Zeit gehofft habe, an dem ersten Hostel angehalten. Ich wollte aussteigen u. nach Tona fragen. "Aehm, sollte ich all' mein Gepaeck bei ihm im Auto lassen u. in das Hostel gehen?" - er haette ja einfach davon fahren koennen. Nach einigem rumgestottere habe ich meinen kl. Rucksack mit all' den Papieren mitgenommen. Da hat Marc natuerlich etwas komisch geguckt. An der Reception habe ich auch nichts Neues erfahren koennen. Zurueck im Auto (er war noch da!), hat Marc mich gefragt, ob ich wirklich alle Hostels angerufen habe. Als ich ihm erzaehlte, dass eines noch offen stand, habe ich mit seinem Telstra Handy dort anruefen koennen und hatte Glueck. Tona war in der Lodge und hatte sich auch schon nach mir erkundigt. Wow, da war ich tierisch erleichtert. Trotzdem sass ich noch immer bei Marc im Auto... Nun musste ich hoffen, dass ich auch wirklich dort ankomme... Aber Marc hat den Umweg in den suedlichen Teil von M.B. genommen u. mich sicher dort abgesetzt. Im Nachhinein.. ich haette eigentlich nicht bei ihm einsteigen sollen, vorallem weil ich alleine war. So wie der aussah, haette ich ihm, zuerst echt alles zugetraut. Aber da sieht man, wie leichtsinnig man doch handeln kann, wenn man etwas verzweifelt ist u. nicht weiter weiss...
Den naechsten Tag haben Tona u. ich mit Petra am Strand verbracht. Sie war eine der drei dt. Maedels, die ich in der Stadt angesprochen hatte. Ihre Freundinnen waren raften. Im Meer zu schwimmen, am Strand zu liegen, die Sonne zu geniessen... war nach dem doch etwas kuehlen Tableland u. dem Geruch, der nach Farbe riechenden Raeume total schoen !
Am Mittwochvormittag wollten Tona u. ich den Rainforest Walk machen. Doch haben wir den Bus verpasst. Also habe ich mir schon mein Busticket fuer die naechsten Monate gekauft. Es gibt hier verschiedene Arten von Tickets, Strecken- oder Kilometerpaesse... Fuer jeden ist etwas dabei). Meines ist nun 6 Monate gueltig und ich kann an der Ostkueste entlang bis nach Sydney fahren und so oft Ein- u. Aussteigen, wie ich moechte. Wieder im Hostel habe ich eine Japanerin auf unserem Balkon gesehen, die ihrer Freundin die Haare schnitt. Ich habe sie gefragt, ob sie mir auch meine Haare schneiden koennte... Und da hat sie mir tatsaechlich die Spitzen geschnitten! Spaeter haben Tona u. ich, als Dankeschoen, einen grossen Pott Schokoladeneis gekauft u. den mit den beiden Japanerinnen geleert. Yummy! Sie wollte kein Geld. Aber in den Hostels sieht man oft, dass sich einige auf diese Weise etwas Geld dazu verdienen, mit 10-20 Dollar pro Schnitt.
Um 2.00 Uhr wurden wir dann von dem Hostelbus zu dem 8 km entfernten Ausgangspunkt fuer den Rainforest Walk gebracht. Am fruehen Abend sind wir am Strand zurueck zum Hostel gelaufen.
Am Donnerstag sind wir mit dem GreyhoundBus (ein bequemer Reisebus, mit Leuten von Jung bis Alt) nach Cardwell gefahren. Der "Ort" (an einer Durchgangsstrasse, der Ostkueste) liegt unter Tully. Diese beiden Orte gehoeren zu den Zielen der Backpacker, die Fruitpicking machen wollen... Seid dem sitzen Tona u. ich nun in dem Hostel hier, lesen, schauen DVDs.. (der Strand ist total schmutzig! u. draussen ist es einfach zu warm, um sich dort aufzuhalten) warten darauf, dass wir endlich anfangen koennen zu arbeiten. Julien, der sich um das Hostel kuemmert, setzt sich mit den Farmen in Kontakt und hilft uns. Das Hostel wurde erst vor 5 Mon. renoviert, ist also dementsprechend sauber. Auch schlafen Tona u. ich in unserem eigenen "Raum", den man nur mit Vorhaengen verschliessen kann. Die Waende sind oben alle offen, so dass die Luft besser zirkulieren kann u. wir auch das schnarchen besser hoeren koennen . Es ist tierisch warm hier! Ebenfalls wohnen hier nur 6 oder 7 andere, die eigentlich alle auf Farmen hier arbeiten. Die sind alle sehr nett. Chef, z.zt. arbeitslos, hat am Samstag fuer alle Kuerbissuppe gekocht (der Kuehlschrank ist voll von Kuerbissen, Melonen u. Ananas!). Am Sonntag ist Julien mit Tona u. mir und den anderen 3 Deutschen (wah, soviele Deutsche hier!) an einen Wasserfall gefahren. Da es aber schon lange nicht mehr geregnet hat, war dieser ausgetrocknet. Auch so ist die Vegetation hier total trocken, viele Eukalyptusbaeume...
Wir hoffen, dass wir morgen oder am Mittwoch auf der Prawnfarm anfangen koennen zu arbeiten, ansonsten steht vlt. noch eine Fruitpickingstelle offen.

Lots of love, ich vermisse euch, Romina

2 Kommentare 3.10.05 07:04, kommentieren